Schweizer Schiesssport-Lexikon
Schweizer Schiesssport Glossar: Fachbegriffe von A bis Z
Dieses Glossar erklärt wichtige Begriffe aus dem Schweizer Schiesssport: Waffen, Ordonnanzwaffen, Munition, Ausrüstung, Schiessablauf, Standbetrieb, Wettkämpfe, Sicherheit, Recht und Vereinsjargon. Die Erklärungen sind bewusst praxisnah formuliert und richten sich an Einsteiger, Vereinsmitglieder, Jungschützen und interessierte Leser.
So nutzt du das Glossar
Über die A-Z-Navigation springst du direkt zu den Begriffen. Jeder Begriff ist als eigene Karte aufgebaut, damit die Erklärung schnell erfassbar bleibt. Viele Begriffe werden im Verein, am Schiessstand oder in Reglementen verwendet. Bei rechtlichen Themen gelten immer die aktuellen offiziellen Vorgaben von Bund, Kanton und Verband.
Begriffsindex
reticle
Markierung in einer optischen Zielhilfe, etwa ein Fadenkreuz oder Punkt. Im klassischen 300m-Ordonnanzschiessen steht jedoch meist die mechanische Visierung mit Korn und Diopter im Vordergrund.
Deduction
Mechanik, mit der der Schuss ausgelöst wird. Praktisch wichtig ist ein ruhiges, gleichmässiges Erhöhen des Abzugsdrucks, ohne die Waffe seitlich zu verziehen.
Trigger control
Bewusste Kontrolle der Abzugsbewegung. Der Finger arbeitet sauber nach hinten, ohne die Waffe zu drücken, zu reissen oder seitlich zu bewegen.
Trigger pull
Kraft, die nötig ist, um den Abzug auszulösen. Je nach Disziplin und Waffe gibt es Mindestwerte, die bei Wettkämpfen kontrolliert werden können.
Replacement
Gruppe von Schützinnen und Schützen, die zur gleichen Zeit am Stand schiesst. Der Begriff wird oft bei Schützenfesten, Vereinsanlässen und klar eingeteilten Schiesszeiten verwendet.
Sending
Traditionelle Rangverkündigung oder Abschlussfeier nach einem Schiessen oder Vereinsjahr. Dabei werden Resultate, Kränze, Auszeichnungen und besondere Leistungen bekanntgegeben.
A5 pane
300m-Scheibe mit 5er-Wertung, die unter anderem im obligatorischen Programm verwendet wird. Sie dient häufig für Einzelfeuer-Serien.
Stop
Körperhaltung beim Schiessen, zum Beispiel liegend, kniend oder stehend. Ein guter Anschlag ist stabil, wiederholbar und möglichst spannungsarm.
Breathing
Kontrollierte Atmung stabilisiert Körper und Zielbild. Im Präzisionsschiessen wird der Schuss häufig in einer kurzen natürlichen Atempause ausgelöst.
outlier
Ein deutlich vom übrigen Schussbild abweichender Treffer. Ursachen können Abzugsfehler, falsche Atmung, schlechter Anschlag, Wind, Unruhe oder ein technisches Problem sein.
Run-off
Entscheidungsrunde bei Punktgleichheit oder für die besten Schützen. Der Begriff wird im Vereins- und Festbetrieb ähnlich wie Final verwendet.
Evaluation
Ermittlung des Resultats anhand der Treffer. Die Auswertung erfolgt heute oft elektronisch, kann je nach Anlass aber auch manuell oder durch Kontrollorgane erfolgen.
B4 windscreen
Scheibentyp, der unter anderem im obligatorischen Programm auf 300 Meter verwendet wird. Im Ablauf folgt sie nach der A5-Scheibe und wird auch für Schnellfeuer-Serien genutzt.
Aperture
Licht- oder Sichtschutz, der störende Helligkeit oder seitliche Ablenkung reduziert. Blenden können an der Visierung, an der Brille oder im Standbereich eine Rolle spielen.
Visual guidance
Bewusste Führung des Blicks vor, während und nach der Schussabgabe. Sie hilft, Zielbild, Korn, Diopter und Trefferbeobachtung sauber zu trennen.
National exercise
A collective term for official shooting events organised by the non-service shooting association, in particular compulsory shooting and field shooting.
Diabolo
Geschoss für Luftgewehr und Luftpistole, meist im Kaliber 4.5 mm. Diabolos werden ohne Pulverladung durch Druckluft oder CO₂ verschossen.
Dioptre
Hintere, fein verstellbare Lochvisierung am Gewehr. Zusammen mit dem Korn bildet der Diopter ein präzises mechanisches Zielsystem.
Spin
Spiralförmige Führung im Lauf, die das Geschoss in Rotation versetzt. Diese Rotation stabilisiert den Flug und verbessert die Präzision.
Air Force
Luftgewehr oder Luftpistole, die Diabolos ohne Pulverladung verschiesst. Typische Disziplinen sind Luftgewehr und Luftpistole auf 10 Meter.
pressure point
Spürbarer Punkt im Abzugsweg kurz vor dem Auslösen. Ein sauberer Umgang mit dem Druckpunkt hilft, den Schuss kontrolliert und ohne Reissen abzugeben.
Duel shooting
Begriff aus Pistolenprogrammen für zeitgebundene Schnellfeuer- oder Duellserien. Entscheidend sind Rhythmus, Anschlag, Zielaufnahme und saubere Abzugsarbeit unter Zeitdruck.
Sighting-in
Kontrolliertes Prüfen von Treffpunktlage, Visierung und Schussbild vor einem Wettkampf oder Training. Nicht zu verwechseln mit dem Wertungsprogramm.
Single fire
Schussfolge, bei der jeder Schuss einzeln vorbereitet und ausgelöst wird. Sie verlangt besonders saubere Wiederholung von Anschlag, Atmung, Zielbild und Abzug.
Individual shooting competition
Wettkampfform mit Einzelwertung. Im Schweizer Vereinswesen wird dafür häufig die Abkürzung EWS verwendet.
Unloading
Sicheres Entfernen der Munition aus Waffe und Magazin. Entladen gehört zu den wichtigsten Sicherheitsabläufen und erfolgt immer nach klarer Anweisung.
EWS
Abkürzung für Einzelwettschiessen. Der Begriff erscheint häufig in Programmen, Ranglisten und Vereinsunterlagen.
Symptoms
Wiederkehrendes Muster im Trefferbild, das auf einen technischen Fehler hinweisen kann. Beispiele sind seitliche Ausreisser, Hoch-/Tiefschüsse oder Gruppen ausserhalb der Mitte.
Field disc
Scheibentyp für feldmässige Programme und das Feldschiessen. Je nach Programm unterscheidet sich die Darstellung von klassischen Ringscheiben.
Field shooting
Freiwilliger, traditionsreicher Schweizer Schiessanlass. Das Eidgenössische Feldschiessen ist breit zugänglich und wird von anerkannten Schützenvereinen durchgeführt.
Firework
Gültiger Schuss innerhalb eines Programms. Im Gegensatz zum Probeschuss zählt er für das Resultat.
Final
Entscheidungsrunde nach einer Qualifikation. Je nach Reglement starten die besten Schützinnen und Schützen nochmals in einem gesonderten Ablauf.
teleprompter
Band über dem Lauf, das störendes Hitzeflimmern im Zielbild reduzieren kann. Es wird vor allem bei längeren Serien und erwärmtem Lauf relevant.
FS
Häufige Abkürzung für Feldschiessen. In Programmen, Terminkalendern und Ranglisten wird der Begriff oft kurz verwendet.
Hearing protection
Pflicht- beziehungsweise Standardausrüstung auf dem Schiessstand. Kapselgehörschutz oder Stöpsel schützen vor dem hohen Schalldruck beim Schuss.
floor
Teil der Patrone, der den Lauf verlässt und Richtung Ziel fliegt. Umgangssprachlich wird oft von Kugel gesprochen, fachlich ist Geschoss präziser.
Rifle sling
Riemen zum Tragen und je nach Disziplin zur Stabilisierung des Anschlags. Im 300m-Schiessen kann die korrekte Riemenführung grossen Einfluss auf die Ruhe der Waffe haben.
handle
Kontakt der Hand zur Waffe. Ein konstanter Griff verhindert seitliches Verziehen und unterstützt eine saubere Abzugsbewegung.
GP11
Schweizer Ordonnanzmunition im Kaliber 7.5 × 55 mm. Sie wird historisch und sportlich mit Karabiner 31 und Sturmgewehr 57 verbunden.
GP90
Schweizer Ordonnanzmunition im Kaliber 5.6 mm für das Sturmgewehr 90. Im 300m-Schiesssport ist sie eng mit dem Stgw 90 verbunden.
Stop
Punkt, auf den der Schütze das Zielbild ausrichtet. Ein stabiler Haltepunkt hilft, Schüsse wiederholbar auszulösen.
Halteraum
Bereich, in dem das Zielbild während des Haltens natürlich leicht schwankt. Ziel ist nicht völliger Stillstand, sondern kontrolliertes Auslösen innerhalb eines ruhigen Halteraums.
Hilfsmittelverzeichnis
Offizielle Übersicht der erlaubten Hilfsmittel für Ordonnanzwaffen. Für Bundesübungen und Wettkämpfe ist entscheidend, was aktuell zugelassen ist.
Hülse
Metallkörper der Patrone, der Pulver und Zündhütchen aufnimmt. Nach dem Schuss wird die Hülse je nach Waffe ausgeworfen oder manuell entfernt.
Hülsenauswurf
Auswerfen der leeren Hülse nach dem Schuss. Richtung und Verhalten des Hülsenauswurfs können Hinweise auf Funktion oder Störungen geben.
Irisblende
Verstellbare Blende an der Diopter- oder Schiessbrille zur Regulierung des Lichteinfalls. Sie kann das Zielbild kontrastreicher und ruhiger machen.
ISSF
International Shooting Sport Federation. Der internationale Verband prägt viele olympische und internationale Schiesssport-Regeln.
Jungschütze
Nachwuchsschütze in einer altersbezogenen Kategorie oder im Jungschützenkurs. Jungschützen werden im sicheren Umgang mit der Ordonnanzwaffe und im sportlichen Schiessen ausgebildet.
JSK
Abkürzung für Jungschützenkurs. Der Kurs vermittelt Waffenhandhabung, Sicherheit, Schiesstechnik und Grundlagen des Schweizer Schiesswesens.
Calibre
Nennmass von Geschoss, Lauf oder Patrone. Beispiele aus dem Schweizer Schiesssport sind 4.5 mm Diabolo, .22 lr, 9 × 19 mm, 5.6 mm GP90 und 7.5 × 55 mm GP11.
Karabiner 31
Schweizer Ordonnanzkarabiner im Kaliber 7.5 × 55 mm GP11. Der K31 ist historisch bedeutend und im Ordonnanzschiessen weiterhin bekannt.
Kimme
Hinterer Teil einer offenen Visierung. Zusammen mit dem Korn bildet sie eine einfache mechanische Zielvorrichtung.
Kniend
Schiessstellung, bei der der Schütze auf einem Knie stabilisiert. Sie ist technisch anspruchsvoll und verlangt saubere Balance.
Kniendrolle
Rolle oder Polster, das in der knienden Stellung unter dem Fussgelenk verwendet wird. Sie unterstützt Stabilität und entlastet die Haltung.
Grain
Vorderer Teil der Visierung. Beim Zielen wird das Korn sauber mit Kimme oder Diopter und dem Zielbild ausgerichtet.
Kornring
Ringförmiges Kornbild, das besonders bei Match- und Sportgewehren verwendet wird. Der Schütze zentriert den Spiegel der Scheibe im Ring.
wreath
Auszeichnung für ein bestimmtes Resultat. Kränze und Kranzabzeichen haben im Schweizer Schützenwesen eine lange Tradition.
Kranzkarte
Wertkarte oder Gutschrift, die bei bestimmten Schiessanlässen als Auszeichnung abgegeben werden kann. Details hängen vom Anlass ab.
Kranzlimit
Punktegrenze, ab der ein Kranz oder eine Auszeichnung erreicht wird. Das Limit hängt von Anlass, Kategorie, Distanz und Waffe ab.
Kugelfang
Sicherheitsbereich hinter der Scheibe, der Geschosse kontrolliert aufnimmt. Moderne Kugelfangsysteme sind sicherheits- und umweltrelevant.
Short fire
Zeitlich begrenzte Serie mit mehreren Schüssen. Der Begriff wird besonders bei Feldschiessen- und Pistolenprogrammen verwendet.
Ladehemmung
Störung oder Sicherheitseinrichtung im Ladeablauf. Im Standbetrieb wird bei jeder Unregelmässigkeit sofort die Standaufsicht beigezogen.
Laden
Einführen von Munition oder Magazin in die Waffe. Auf dem Stand wird nur nach Kommando oder ausdrücklicher Freigabe geladen.
Run
Rohr der Waffe, durch das das Geschoss geführt wird. Züge und Felder im Lauf versetzen das Geschoss in Rotation und stabilisieren den Flug.
Liegend
Sehr stabile Schiessstellung, besonders wichtig im 300m-Schiessen. Ziel ist ein natürlicher Anschlag ohne unnötige Muskelspannung.
Liegendanschlag
Konkrete Ausführung des liegenden Anschlags. Entscheidend sind natürliche Zielausrichtung, Schulterkontakt, Kopfposition, Griff und Wiederholbarkeit.
Lizenz
Schützenlizenz für die Teilnahme an lizenzpflichtigen Wettkämpfen. Sie wird über Verband und Verein verwaltet.
Lupi
Umgangssprachliche Kurzform für Luftpistole. Der Begriff wird in Vereinen und Ranglisten häufig verwendet.
Magazine
Patronenbehälter einer Waffe. Magazine sind sicherheits- und rechtlich relevante Teile und werden auf dem Stand nur nach Anweisung verwendet.
Magazinwechsel
Entfernen und Einsetzen eines Magazins. Im sportlichen und militärischen Umfeld gilt: ruhig, sicher und stets mit Mündung in sichere Richtung.
Matchgewehr
Sportlich optimiertes Gewehr für Präzisionsdisziplinen. Im Unterschied zu Ordonnanzwaffen ist es stärker auf Wettkampf, Ergonomie und Feineinstellung ausgelegt.
Meldepflichtige Waffe
Waffe, deren Erwerb gemeldet werden muss. Die konkrete rechtliche Einordnung hängt von Waffentyp, Zustand, Erwerbsart und aktuellem Recht ab.
Munition
Patronen oder Diabolos, die mit einer Waffe verschossen werden. In der Schweiz sind Lagerung, Transport und Bezug je nach Munition und Kontext geregelt.
Mündung
Vorderes Ende des Laufs. Die Mündung zeigt auf dem Schiessstand grundsätzlich immer in eine sichere Richtung.
Mündungskontrolle
Bewusstes Kontrollieren der Laufrichtung. Eine Waffe wird nie auf Personen oder ungesicherte Bereiche gerichtet, auch wenn sie als entladen gilt.
Musche
Mundartlicher Ausdruck für den inneren Zehnerbereich der Scheibe. Wer „in der Musche“ trifft, hat sehr zentral getroffen.
Nachdoppel
Zusätzlicher Versuch oder weiteres Programm zur Resultatverbesserung, sofern der Anlass dies vorsieht. Häufig mit separater Gebühr verbunden.
Follow up
Bewusstes Halten des Zielbildes nach der Schussabgabe. Nachhalten verhindert ein vorzeitiges Absetzen und macht Fehler in Abzug oder Anschlag besser erkennbar.
Nuller
Schuss ohne zählbaren Treffer. Im obligatorischen Programm ist neben der Mindestpunktzahl auch die Anzahl Nuller relevant.
Nullpunkt
Natürliche Ausrichtung des Körpers und der Waffe auf das Ziel. Ein guter Nullpunkt verhindert, dass der Schütze die Waffe muskulär ins Ziel drücken muss.
Obli
Umgangssprachliche Kurzform für das obligatorische Schiessen. Es betrifft schiesspflichtige Angehörige der Armee und wird bei anerkannten Schützenvereinen absolviert.
Compulsory shooting
Offizielles Pflichtprogramm für schiesspflichtige Armeeangehörige. Es umfasst definierte Schussfolgen, Mindestanforderungen und Erfassungsvorgaben.
Ordonnanzpistole
Militärisch eingeführte Pistole, die auch in bestimmten Schweizer Schiessprogrammen verwendet wird. Beispiele sind P210, P75 oder neuere Dienstpistolenmodelle.
Ordonnanzwaffe
Militärisch eingeführte Dienstwaffe, die auch im Schweizer Schiesssport verwendet wird. Beispiele sind Stgw 90, Stgw 57, Karabiner 31 und Ordonnanzpistolen.
Passe
Serie von Schüssen innerhalb eines Programms. Je nach Anlass besteht ein Wettkampf aus mehreren Passen.
Patrone
Komplette Munitionseinheit aus Hülse, Zündhütchen, Treibladung und Geschoss. Bei Luftdruckwaffen spricht man dagegen meist von Diabolo.
Pistol 75
Schweizer Ordonnanzpistole SIG P220. Sie wird im Ordonnanz- und Militärkontext mit der Bezeichnung P75 geführt.
Probeschuss
Schuss vor dem Wertungsprogramm, um Anschlag, Zielbild und Visierung zu kontrollieren. Probeschüsse zählen nicht zum Wettkampfresultat.
Programme
Festgelegte Schussfolge eines Anlasses. Ein Programm definiert Distanz, Scheibe, Anzahl Schüsse, Zeit und Wertung.
Randfeuer
Munitionsart, bei der die Zündung am Rand des Hülsenbodens erfolgt. Typisches Beispiel ist .22 lr im Kleinkaliberschiessen.
Rangeur
Zeitfenster oder Einteilung, in der ein Schütze sein Programm absolviert. Der Begriff ist an Schützenfesten und in Standplänen üblich.
Rangliste
Offizielle oder vereinsinterne Auswertung der Resultate. Sie zeigt Platzierung, Punkte, Kategorie und oft auch Kranzresultate.
Reglement
Verbindliche Regelgrundlage für Disziplin, Sicherheit, Ausrüstung, Wertung und Durchführung. Bei offiziellen Anlässen gelten die jeweiligen Verbands- und Bundesvorgaben.
Ring
Wertungszone auf der Zielscheibe. Je näher der Treffer am Zentrum liegt, desto höher ist der Ringwert.
Schaft
Teil des Gewehrs, der Schulter, Griff und Auflage verbindet. Ein sauberer Schaftkontakt verbessert Wiederholbarkeit und Stabilität.
Scheibenbild
Darstellung der Zielscheibe mit Spiegel, Ringen oder Trefferflächen. Je nach Disziplin unterscheiden sich Scheibenbild und Wertung deutlich.
Schiessbrille
Spezielle Brille für das Sportschiessen. Sie kann Korrekturglas, Irisblende, Abdeckung oder Filter aufnehmen und das Zielbild verbessern.
Schiesshandschuh
Fester Handschuh für die unterstützende Hand. Er reduziert Druckstellen und unterstützt eine stabile Gewehrhaltung.
Schiessjacke
Stabile Jacke zur Unterstützung von Haltung und Anschlag. Sie wird vor allem in sportlichen Gewehrdisziplinen eingesetzt.
Schiesslinie
Linie, an der die Schützen ihren Standplatz einnehmen. Sie trennt den Schützenbereich vom restlichen Standbetrieb.
Schiessnummer
Identifikationsnummer eines Teilnehmers oder Programms. Sie erleichtert Resultaterfassung und Rangierung.
Schiessstand
Bewilligter Ort für den Schiessbetrieb. Ein Schiessstand umfasst Schützenstand, Scheibenanlage, Sicherheitsbereiche und Kugelfang.
Schlagbolzen
Bauteil, das beim Auslösen auf das Zündhütchen trifft und den Schuss einleitet. Der Schlagbolzen ist Teil des Verschluss- oder Abzugssystems.
Rapid fire
Zeitlich begrenzte Schussfolge. Entscheidend sind sicherer Ablauf, Rhythmus und kontrolliertes Auslösen unter Zeitdruck.
Schussabgabe
Moment des Auslösens. Gute Schussabgabe ist ruhig, kontrolliert und folgt aus stabilem Anschlag, sauberem Zielbild und gleichmässigem Abzug.
Shooting pattern
Verteilung mehrerer Treffer auf der Scheibe. Das Schussbild zeigt, ob Fehler systematisch auftreten, etwa durch Abzug, Atmung, Anschlag oder Visierung.
Sequence of shots
Vorgegebene Reihenfolge der Schüsse innerhalb eines Programms. Sie definiert zum Beispiel Einzelfeuer, Kurzfeuer, Schnellfeuer oder Serien.
Schusslochprüfer
Hilfsmittel zur genauen Beurteilung von Schusslöchern auf Papierscheiben. Es kann bei knappen Ringwerten oder manueller Auswertung verwendet werden.
Schützenfest
Grösserer Schiessanlass mit sportlichem und gesellschaftlichem Charakter. Schützenfeste sind ein wichtiger Teil der Schweizer Schützentradition.
Master marksman
Verantwortliche Person für Sicherheit und geordneten Ablauf auf dem Schiessstand. Anweisungen des Schützenmeisters sind verbindlich.
Serie
Zusammenhängende Gruppe von Schüssen innerhalb eines Programms. Serien können nach Anzahl Schüssen, Zeit oder Scheibentyp definiert sein.
Sicherung
Mechanismus, der unbeabsichtigtes Auslösen verhindern soll. Trotz Sicherung gelten die Grundregeln der Waffenhandhabung jederzeit.
Sicherheitszone
Bereich, der aus Sicherheitsgründen nicht betreten oder nur unter bestimmten Bedingungen genutzt werden darf. Die Standordnung regelt diese Zonen.
Spiegel
Schwarzer oder farblich abgesetzter Zielbereich einer Scheibe. Beim Zielen wird der Spiegel je nach Disziplin mit Korn, Kornring oder Visierung in Beziehung gesetzt.
SSV
Abkürzung für Schweizer Schiesssportverband. Der Verband ist für viele sportliche Regeln, Wettkämpfe und Strukturen im Schweizer Schiesssport zentral.
Standardgewehr
Reglementiertes Sportgewehr für Präzisionsdisziplinen. Es ist nicht dasselbe wie eine Ordonnanzwaffe und unterliegt eigenen technischen Vorgaben.
Standaufsicht
Person oder Funktion, die den sicheren Betrieb überwacht. Bei Störungen, Unsicherheit oder Fragen ist sofort die Standaufsicht beizuziehen.
Stehend
Freie Schiessstellung ohne zusätzliche Körperauflage. Sie verlangt Balance, Körperspannung, ruhige Atmung und saubere Abzugskontrolle.
Stgw 57
Schweizer Sturmgewehr 57 im Kaliber 7.5 × 55 mm GP11. Es ist eine klassische Ordonnanzwaffe im 300m-Schiessen.
Stgw 90
Schweizer Sturmgewehr 90 im Kaliber 5.6 mm GP90. Es ist die aktuelle Standardwaffe der Schweizer Armee und zentral im 300m-Ordonnanzschiessen.
Trefferlage
Position der Treffergruppe auf der Scheibe. Eine konstante Trefferlage ausserhalb der Mitte deutet oft auf Visierung, Nullpunkt oder Anschlag hin.
Dry training
Training ohne scharfen Schuss. Es dient der Verbesserung von Anschlag, Zielbild, Abzug, Nachhalten und Ablauf. Sicherheitsregeln gelten trotzdem vollständig.
Vereinsschiessen
Interner oder regionaler Wettkampf zwischen Vereinsmitgliedern oder Vereinen. Neben dem Resultat steht häufig auch die Kameradschaft im Vordergrund.
Verschluss
Mechanische Baugruppe, die Patronenlager und Lauf nach hinten abschliesst. Der Verschluss ist wesentlich für Sicherheit, Funktion und Verriegelung der Waffe.
Visier
Einrichtung zum Zielen. Dazu gehören offene Visierungen, Diopter, Korn und je nach Disziplin optische Zielhilfen.
Visierblende
Blende an oder nahe der Visierung zur Reduktion von Streulicht und Ablenkung. Sie kann das Zielbild ruhiger und kontrastreicher machen.
Visierkorrektur
Verstellung von Höhe oder Seite am Visier, um die Trefferlage zu korrigieren. Wichtig ist, zuerst das Schussbild zu prüfen und nicht nach jedem Einzelschuss hektisch zu drehen.
Weapon
Allgemeiner Begriff für Geräte, die im Schiesssport Munition verschiessen. Im Verein wird zwischen Ordonnanzwaffen, Sportwaffen, Pistolen, Gewehren und Druckluftwaffen unterschieden.
Waffenerwerbsschein
Behördliche Bewilligung zum Erwerb bestimmter Waffen. Zuständig sind die kantonalen Behörden; massgebend ist immer das aktuelle Schweizer Waffenrecht.
Weapons Act
Schweizer Rechtsgrundlage zu Erwerb, Besitz, Übertragung, Aufbewahrung und Umgang mit Waffen. Für Details sind offizielle Behördenquellen massgebend.
Waffenkontrolle
Prüfung von Waffe und Ausrüstung vor oder während eines Wettkampfs. Kontrolliert werden können zum Beispiel Abzugsgewicht, Hilfsmittel und reglementarische Zulässigkeit.
Waffenpflege
Reinigung, Kontrolle und Pflege der Waffe nach dem Schiessen. Regelmässige Waffenpflege erhält Funktion, Sicherheit und Präzision.
WES
Abkürzung für Waffenerwerbsschein. Der Begriff wird häufig in rechtlichen und administrativen Zusammenhängen verwendet.
Competition
Organisiertes Schiessen nach festgelegtem Reglement. Ein Wettkampf definiert Programm, Wertung, Kategorien, Zeit, Scheiben und zugelassene Ausrüstung.
Zentralfeuer
Munitionsart, bei der das Zündhütchen zentral im Hülsenboden sitzt. Beispiele sind 9 × 19 mm, 5.6 mm GP90 und 7.5 × 55 mm GP11.
Zielbild
Visueller Eindruck beim Zielen: Scheibe, Korn, Diopter oder Visier stehen in einer definierten Beziehung. Ein gleichbleibendes Zielbild ist entscheidend für konstante Treffer.
Zielscheibe
Scheibe mit Wertungszonen oder Trefferflächen. Je nach Disziplin werden unterschiedliche Scheibenbilder und Wertungen verwendet.
Telescopic sight
Optische Zielhilfe mit Vergrösserung. Im Schweizer Ordonnanz- und Breitensport ist es nicht in allen Disziplinen zugelassen.
ZF
Abkürzung für Zielfernrohr. In Reglementen und Hilfsmittelverzeichnissen ist genau zu prüfen, ob ein ZF in der jeweiligen Disziplin zulässig ist.
Zündhütchen
Bauteil im Patronenboden, das durch den Schlagbolzen ausgelöst wird und die Treibladung zündet.
Vergleich wichtiger Kaliber im Schweizer Schiesssport
Die folgende Übersicht ordnet häufige Kaliber nach typischer Verwendung ein. Werte können je nach Waffe, Lauf, Munition und Reglement abweichen.
| Calibre | Typische Verwendung | Munitionstyp |
|---|---|---|
| 4.5 mm Diabolo | Luftgewehr und Luftpistole 10 m | Druckluftmunition |
| 5.6 mm / .22 lr | Kleinkaliber 50 m, Sportpistole 25 m | Randfeuer |
| 9 × 19 mm | Ordonnanz- und Sportpistole | Zentralfeuer |
| 5.6 mm GP90 | Sturmgewehr 90, 300 m | Zentralfeuer / Ordonnanzmunition |
| 7.5 × 55 mm GP11 | Karabiner 31, Stgw 57, 300 m | Zentralfeuer / Ordonnanzmunition |
Typische Disziplinen und Begriffe im Überblick
| Discipline | Distanz | Typische Waffe | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Luftgewehr / Luftpistole | 10 m | Druckluftwaffe 4.5 mm | Präzisionsdisziplin mit sehr feinem Zielbild |
| Kleinkaliber | 50 m | .22 lr | Liegend, kniend, stehend je nach Programm |
| Pistol | 25 m / 50 m | Sport- oder Ordonnanzpistole | Präzision, Duell oder Schnellfeuer je nach Programm |
| Ordonnanzgewehr | 300 m | Stgw 90, Stgw 57, K31 | Zentral im Schweizer Vereins- und Bundesübungswesen |
| Field shooting | 300 m / 25 m | Service weapons | Breitensportanlass mit starker Schweizer Tradition |
Begriff fehlt?
Das Schweizer Schiesswesen ist umfangreich und entwickelt sich weiter. Wenn ein Begriff fehlt oder präzisiert werden sollte, lohnt sich ein Hinweis an den Verein. So bleibt das Glossar aktuell und nützlich.